Grundsätzlich ist in allen EU-Staaten die Frauenerwerbsquote in den letzten Jahren gestiegen, nicht jedoch das Arbeitsvolumen für Frauen, also die Gesamtarbeitsleistung aller Frauen. Dieser Umstand bedeutet, dass mehr Frauen in Teilzeit als Vollzeit arbeiten. Mit ein Grund ist die oft nicht familienfreundliche Personalpolitik in Betrieben. Eine Arbeitszeitregelung, die Familien berücksichtigt und für beide Geschlechter gilt, würde auch Frauen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen vollständig in die Arbeitswelt einzubringen, zum Vorteil auch des Unternehmens.

Wissen und Fähigkeiten gehen verloren

Da Frauen noch immer bei der Personalauswahl benachteiligt werden, geht für Betriebe ein großes Potenzial an Fähigkeiten und Kenntnissen verloren. Laut Statistik haben mehr erwerbstätige Frauen als Männer eine Lehre oder Berufsfachschule erfolgreich abgeschlossen. Auch ist fast die Hälfte der Hochschulabsolventen weiblich. Werden Frauen weiterhin benachteiligt, bleibt dieses Potenzial ungenutzt, für Betriebe ein Manko, das in einer Welt des Wettbewerbs und Fachkräftemangels kaum leistbar ist. Das E-Quality-Management setzt an diesem Punkt an. Es unterstützt Betriebe, dieses Potenzial zu erfassen und die Motivation von Frauen zu fördern. Es zeigt gleichstellungspolitische Maßnahmen auf, die ein Arbeitsklima schaffen, in dem Leistungen gesteigert und Qualitäten verbessert werden.

Benachteiligung von Frauen

Im Berufsleben werden Frauen, oft trotz besserer Ausbildung, bei der Bewerbung und der Einstellung benachteiligt. Sie sind auch zumeist von einem Personalabbau eher betroffen als ihre männlichen Kollegen. Weist das Lehr- oder Fachabschlusszeugnis auch noch so gute Noten auf, bedeutet das für eine Frau noch lange nicht gute Aussichten auf einen entsprechenden Arbeitsplatz. Männer mit weniger erfolgreichen Abschlüssen werden bevorzugt. Ähnlich verhält es sich bei Karrierechancen. Für Frauen bestehen wesentlich weniger Aufstiegsmöglichkeiten. In Führungspositionen sind zumeist weniger häufig anzutreffen als Männer. Ebenso erweist sich die Entlohnung von Frau und Mann als nicht einheitlich. Laut Statistik ist der Lohn für Frauen um ein Viertel geringer als bei Männern in ähnlichen Positionen und gleicher Arbeitsleistung.